INNOQ – Die verschobene Komplexität
Bibliografische Angaben
Susanne Pfeiffer, INNOQ, 24. Juli 2026.
Original: The Shifted Complexity: From Waterfall through Agile to AI
Aussagen der Quelle
- Waterfall, agile Arbeitsweisen und AI beseitigen Komplexität nicht, sondern verteilen sie jeweils anders zwischen Prozess, Team und Individuum.
- Wenn Implementierung leichter wird, rücken Requirements Engineering, widersprüchliche Stakeholderinteressen und uneindeutige Ziele in den Vordergrund.
- Entwickler benötigen dadurch mehr Ambiguitätstoleranz, Verhandlungskompetenz, Domänenverständnis und Kommunikation über Organisationsgrenzen hinweg.
- Kleinere Teams haben weniger Personen, auf die sich komplexe Arbeit und kognitive Last verteilen lassen.
- Wenn Agenten einfache und komplizierte Übungsaufgaben übernehmen, droht Nachwuchskräften ein Lernpfad zu fehlen, bevor sie komplexe Situationen verantworten sollen.
Relevanz für den Garden
Die Quelle beantwortet die Teamfähigkeitsfrage nicht mit einer Liste technischer Skills, sondern mit einer Verschiebung hin zu sozio-technischer Urteilskraft. Sie verbindet Engstellenanalyse, Teamzuschnitt, Belastung und Nachwuchsentwicklung.
Grenzen
Der Text ist eine konzeptionelle Praxiseinordnung anhand von Cynefin, keine empirische Längsschnittstudie. Die behauptete historische Verlagerung und ihre Folgen für kleinere Teams müssen in unterschiedlichen Organisationsformen geprüft werden.