Vorläufige Forschungsagenda
Stand
Der Garden befindet sich noch in einer Sammel- und Orientierungsphase. Eine erste konkrete Untersuchungsaufgabe ist noch nicht beschlossen. Die Forschungslandkarte beschreibt den derzeitigen Untersuchungsraum und Wissensstand; diese Agenda hält nur mögliche nächste Einstiege fest.
Plausible erste Schritte
Die folgenden Einstiege sind noch nicht priorisiert:
- Von einem konkreten Wertstrom ausgehen: Den heutigen Weg von einer erkannten Chance bis zu beobachtbarer Produktwirkung für ein Team beschreiben und seine tatsächlichen Engstellen bestimmen.
- Von einer konkreten Arbeitsschleife ausgehen: Eine wiederkehrende, heute mühsame Schleife auswählen und untersuchen, ob Agentic Engineering sie schneller oder zuverlässiger machen kann und welcher minimale Harness dafür nötig wäre.
- Von Team und Produktorganisation ausgehen: Erheben, welche Fähigkeiten, Entscheidungen, Übergaben und Formen menschlicher Aufmerksamkeit eine stärkere Agentennutzung voraussetzt oder verändert.
- Von der Wirkungsmessung ausgehen: Festlegen, woran eine schnellere und bessere Produktentwicklung erkannt werden kann und welche Kosten, Risiken oder Qualitätsverluste einen vermeintlichen Nutzen aufheben würden.
Konkretisierter Kandidatenraum: agentischer Self-Service
Aus dem Dialog ist agentischer Self-Service als möglicher Untersuchungsraum entstanden, aber noch nicht als beschlossenes Experiment. Es fehlt eine konkrete Klasse wiederkehrender Reibungspunkte. Anwender, Product, Engineering, Operations und Security müssten zunächst gemeinsam einen begrenzten Kandidaten auswählen und Nutzen, Risiken sowie technische Mindestbedingungen bestimmen. Eine allgemeine Plattform wäre zu diesem Zeitpunkt eine vorweggenommene Lösung.
Eine zweite Konkretisierung betrifft den bestehenden Entwicklungswertstrom: Nach einer noch ungemessenen Beobachtung bündelt der sichtbare Implementierungsengpass mehrere Klärungs-, Prüf-, Build- und Rolloutphasen. Eine kleine Wertstromanalyse könnte deshalb der Auswahl eines agentischen Eingriffs vorausgehen.
Innerhalb dieses Wertstroms bilden instabile Feature-Testumgebungen einen konkreten, noch zu messenden Experimentkandidaten. Zu vergleichen wären technische Stabilisierung, agentische Betreuung und eine Kombination, die wiederkehrende Fehler in dauerhafte Plattformverbesserungen überführt.
Die weiterführende Frage nach einem Agentic Flywheel für Testumgebungen konkretisiert diesen dritten Weg: Wiederkehrende Fehler sollen unter menschlicher Aufsicht zu ausführbaren Umgebungsverträgen, Regressionstests und Plattformkorrekturen führen. Ausgangspunkt ist Morris’ allgemeines Modell vom Menschen auf der Schleife; die Übertragung auf Kubernetes-Testumgebungen ist eine eigene, noch zu prüfende Konkretisierung.
Als dritter Kandidatenraum ist offen, wann automatische und agentische Prüfungen menschliches Review teilweise ersetzen können. Vor einer Lockerung der Reviewpflicht müssten relevante Fehlerklassen, Risikostufen und ein vergleichender Nachweis der Prüfwirksamkeit definiert werden.
Ein radikaler vierter Kandidatenraum fragt nach einem produktionsreifen Thin Slice innerhalb weniger Tage. Die Untersuchung soll ausdrücklich trennen, welche Prozess-, Architektur- und Plattformfähigkeiten bereits ohne Agenten nötig wären und wo Agentic Engineering die Kosten wiederholter kleiner Iterationen tatsächlich relevant senkt. Pilotgruppe, Produktmonitoring und Auswertungszeitpunkt gehören dabei bereits zur Vorbereitung des Schnitts.
Die damit verbundene Frage nach der Bereitschaft zu mehr Product-Team-Verantwortung erweitert den Kandidaten um Teamdynamik und Soziologie: Mandat und Fähigkeiten genügen nicht, wenn neue Tätigkeiten nur zusätzlich auf bestehende Featurezusagen gelegt werden oder Motivation, Rollenidentität und Komfortzonen unbeachtet bleiben.
Noch offene Auswahl
Welcher Einstieg zuerst verfolgt wird, soll sich aus einem konkreten Erkenntnisinteresse oder einem beobachtbaren Problem ergeben. Bis dahin sind die vier Schritte Alternativen und kein Ablaufplan.